Lizenzbedingungen (EULA)
Geltungsbereich
Diese Lizenzbedingungen gliedern sich in drei Teile: Teil A (Abschnitte 1–9) gilt für die Unity-basierten Produkte des Lizenzgebers – realvirtual Starter, realvirtual Professional sowie Add-ons wie realvirtual Simulation und AIBuilder („SOFTWARE" im Sinne von Teil A). Teil B (Abschnitt 13) gilt für realvirtual WEB, Teil C (Abschnitt 14) für realvirtual CONNECT. Die Abschnitte 10–12 (Gewährleistung, Kündigung, Allgemeine Bestimmungen) gelten für alle Produkte entsprechend, soweit Teil B oder Teil C nichts Abweichendes regeln. Beim Erwerb über den Unity Asset Store gelten ergänzend die Bedingungen des Unity Asset Store. Rechte aus Open-Source-Lizenzen – insbesondere der AGPL-3.0 für realvirtual WEB – bleiben durch diese Bedingungen unberührt.
Teil A: Unity-basierte Produkte
1. Lizenzgewährung — Concurrent Seat Licensing
1.1 Sitzbasierte Lizenz
Die SOFTWARE wird auf Basis eines Concurrent-Seat-Lizenzmodells (pro gleichzeitigem Arbeitsplatz) lizenziert. Jede Lizenz berechtigt zur gleichzeitigen Nutzung der SOFTWARE durch eine festgelegte Anzahl von Nutzern (jeweils ein „Seat") im Unity Editor während der Entwicklung. Ein „Seat" bezeichnet eine aktive, gleichzeitige Instanz der SOFTWARE im Unity Editor.
1.2 Gleichzeitige Nutzungsbegrenzung
Der End-User darf die SOFTWARE auf mehreren Computern installieren, jedoch darf die Anzahl der gleichzeitig aktiven Instanzen im Unity Editor die erworbene Anzahl der Seats nicht überschreiten. Der Lizenzgeber stellt technische Maßnahmen zur Überwachung und Durchsetzung dieser Begrenzung bereit.
1.3 Runtime vs. Editor-Nutzung
Runtime-Builds (kompilierte Anwendungen, die außerhalb des Unity Editors laufen) benötigen keine Seat-Lizenzen und unterliegen keiner Begrenzung der gleichzeitigen Nutzung. Die Seat-Lizenzierung gilt ausschließlich für die Nutzung der SOFTWARE im Unity Editor während der Entwicklung.
1.4 Mehrere Seats
Ein End-User kann mehrere Seats erwerben, um die gleichzeitige Nutzung durch mehrere Teammitglieder zu ermöglichen. Jeder zusätzliche Seat erweitert die erlaubte Anzahl gleichzeitiger Instanzen im Unity Editor.
1.5 Zulässige Nutzung
Der Lizenzgeber gewährt dem End-User eine nicht-exklusive, weltweite, unbefristete Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Modifikation und Integration der SOFTWARE in elektronische Spiele, digitale Medien, industrielle Simulation, Virtual Commissioning und Digital-Twin-Lösungen, vorbehaltlich der in dieser Vereinbarung festgelegten Bedingungen. Der End-User darf die SOFTWARE in eigene Produkte integrieren und diese kommerziell vertreiben, sofern die SOFTWARE nur als kompilierte Komponente enthalten ist.
1.6 Änderungsrechte
Der End-User ist berechtigt, den Quellcode der SOFTWARE zu modifizieren, anzupassen und zu erweitern, um ihn in seine eigenen Produkte zu integrieren. Kompilierte DLLs (Dynamic Link Libraries), die als Teil der SOFTWARE bereitgestellt werden, dürfen nicht dekompiliert, disassembliert oder anderweitig rückentwickelt werden, es sei denn, dies ist durch geltendes Recht ausdrücklich gestattet.
1.7 Verteilungsbeschränkungen
Der End-User darf die SOFTWARE oder Teile davon nur als kompilierte Komponenten innerhalb seiner eigenen Anwendungen verteilen. Die Verteilung des Quellcodes der SOFTWARE, einzelner Assets, Szenen oder Prefabs der SOFTWARE in nicht-kompilierter Form ist ausdrücklich untersagt. Der End-User darf die SOFTWARE nicht auf einer anderen Plattform, einem Marktplatz oder Asset-Store zum Download oder Kauf anbieten.
1.8 Kein Seat Pooling
Seats dürfen nicht in einem Pool zusammengefasst und dynamisch zwischen Nutzern geteilt werden, die verschiedenen Organisationen oder Projekten angehören, die in keiner Beziehung zueinander stehen. Seats sind an die erwerbende Organisation gebunden und dürfen nur innerhalb dieser Organisation und deren verbundenen Unternehmen genutzt werden.
2. Lizenzschutz
Die SOFTWARE enthält technische Schutzmaßnahmen zur Überwachung und Durchsetzung der Concurrent-Seat-Nutzungsgrenzen. Diese Maßnahmen erfordern eine periodische Kommunikation mit dem Lizenzserver des Lizenzgebers. Der End-User verpflichtet sich, keine technischen Schutzmaßnahmen zu umgehen, zu deaktivieren oder anderweitig zu manipulieren, die zur Durchsetzung der Lizenzbedingungen dienen. Der Versuch, solche Maßnahmen zu umgehen, stellt einen wesentlichen Vertragsbruch dar und berechtigt den Lizenzgeber zur sofortigen Kündigung dieser Vereinbarung.
3. Verkaufskanal-Bedingungen
3A. Unity Asset Store
Für SOFTWARE, die über den Unity Asset Store erworben wird, gelten zusätzlich die Nutzungsbedingungen des Unity Asset Store (Unity Asset Store Terms of Service and EULA). Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Bedingungen des Unity Asset Store und dieser Vereinbarung gelten in Bezug auf den Erwerbsvorgang die Bedingungen des Unity Asset Store. In Bezug auf die Nutzung der SOFTWARE gelten die Bestimmungen dieser Vereinbarung, soweit sie nicht mit den zwingenden Bestimmungen des Unity Asset Store in Widerspruch stehen.
3B. Direktkäufe
Für SOFTWARE, die direkt vom Lizenzgeber erworben wird (über die Website, Kundenportal oder andere direkte Vertriebskanäle), gelten ausschließlich die Bestimmungen dieser Vereinbarung. Lizenzen werden über die private UPM-Registry des Lizenzgebers bereitgestellt und aktiviert. Dem End-User werden Zugangsdaten für die Registry zugewiesen, die vertraulich zu behandeln sind.
4. Team und organisatorische Nutzung
Der End-User darf die erworbenen Seats innerhalb seiner Organisation nutzen, einschließlich Vollzeit- und Teilzeitangestellter, die in einem direkten Arbeitsverhältnis zum End-User stehen. Externe Auftragnehmer, Freelancer und Berater, die im Auftrag des End-Users arbeiten, zählen zu den gleichzeitigen Seats und müssen innerhalb der lizenzierten Seat-Anzahl arbeiten. Build-Server, CI/CD-Systeme und automatisierte Build-Prozesse, die die SOFTWARE im Batch-Modus ohne interaktive Editor-Nutzung verwenden, verbrauchen keine Seat-Lizenzen.
5. Nutzungsüberwachung und Compliance
5.1 Datenerfassung
Die SOFTWARE erfasst anonymisierte Nutzungsdaten zur Überwachung der Einhaltung der Seat-Lizenzbedingungen. Diese Daten umfassen die Anzahl gleichzeitiger Instanzen, Zeitstempel der Nutzung und Maschinenidentifikatoren. Es werden keine personenbezogenen Daten, Projektdaten oder inhaltliche Informationen erfasst.
5.2 Compliance-Verifizierung
Der Lizenzgeber behält sich das Recht vor, die Einhaltung der Lizenzbedingungen zu überprüfen. Der End-User erklärt sich bereit, auf angemessene Anfrage des Lizenzgebers Informationen zur Nutzung der SOFTWARE bereitzustellen, um die Einhaltung der Seat-Begrenzungen zu verifizieren.
5.3 Übernutzung
Im Falle einer Überschreitung der lizenzierten Seat-Anzahl wird der Lizenzgeber den End-User benachrichtigen und eine angemessene Frist zur Behebung der Überschreitung einräumen. Bei anhaltender Übernutzung behält sich der Lizenzgeber das Recht vor, zusätzliche Seat-Lizenzen in Rechnung zu stellen oder den Zugang zur SOFTWARE einzuschränken.
6. Bildungs- & Forschungspaket
Das Education & Research Bundle ist ausschließlich für akkreditierte Bildungseinrichtungen und nicht-kommerzielle Forschungseinrichtungen bestimmt. Die Nutzung ist auf nicht-kommerzielle Bildungs- und Forschungszwecke beschränkt. Die mit dem Paket erstellten Projekte, Anwendungen oder Inhalte dürfen nicht kommerziell vertrieben oder für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Der Lizenzgeber behält sich das Recht vor, den Bildungs- oder Forschungsstatus des End-Users zu überprüfen.
7. Verbotene Nutzungen
Der End-User darf insbesondere nicht:
- Zugangsdaten, Lizenzschlüssel oder Registry-Zugänge an Dritte weitergeben oder diese öffentlich zugänglich machen
- Technische Schutzmaßnahmen oder Lizenzschutzmechanismen umgehen, deaktivieren oder manipulieren
- Die SOFTWARE unterlizenzieren, vermieten, verleasen oder anderweitig Dritten zur selbstständigen Nutzung überlassen
- Die SOFTWARE weiterverkaufen, es sei denn, dies ist durch die Bedingungen des Unity Asset Store ausdrücklich gestattet
- Die SOFTWARE oder Teile davon in nicht-kompilierter Form verteilen, einschließlich Quellcode, Assets, Szenen oder Prefabs
- Die SOFTWARE auf einer anderen Plattform, einem Marktplatz oder Asset-Store anbieten
- Kompilierte DLLs dekompilieren, disassemblieren oder rückentwickeln
- Die SOFTWARE für rechtswidrige Zwecke verwenden
- Die Urheberrechtshinweise, Markenzeichen oder sonstigen Eigentumshinweise in der SOFTWARE entfernen oder verändern
8. Geistiges Eigentum
Die SOFTWARE, einschließlich aller Quellcodes, kompilierten Binärdateien, Dokumentation, Grafiken, Designs und sonstigen Materialien, ist urheberrechtlich geschützt und Eigentum des Lizenzgebers. Alle Rechte, die dem End-User nicht ausdrücklich durch diese Vereinbarung gewährt werden, sind dem Lizenzgeber vorbehalten. Der End-User erkennt an, dass die SOFTWARE wertvolles geistiges Eigentum des Lizenzgebers darstellt und verpflichtet sich, die Rechte des Lizenzgebers zu respektieren und zu schützen.
9. Schutz vor Urheberrechtsverletzungen
Der Lizenzgeber wird den End-User gegen Ansprüche Dritter verteidigen, die behaupten, dass die SOFTWARE die Urheberrechte, Patente oder andere geistige Eigentumsrechte Dritter verletzt, und den End-User von rechtskräftig festgestellten Schadenersatzansprüchen freistellen. Diese Verpflichtung gilt nicht, wenn die behauptete Verletzung auf Modifikationen der SOFTWARE durch den End-User, die Kombination der SOFTWARE mit nicht vom Lizenzgeber bereitgestellter Software, die Nutzung einer veralteten Version der SOFTWARE, wenn die Verletzung durch Nutzung einer aktuellen Version hätte vermieden werden können, oder die Nutzung der SOFTWARE in einer Weise zurückzuführen ist, die nicht den Bestimmungen dieser Vereinbarung entspricht.
10. Gewährleistung und Haftung
10.1 Unentgeltlich überlassene Software
Für unentgeltlich überlassene Software, insbesondere realvirtual Starter, die öffentliche Demo, Test- und Trial-Lizenzen sowie die Nutzung von realvirtual WEB unter der AGPL-3.0, haftet der Lizenzgeber nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, für arglistig verschwiegene Mängel, bei Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie nach dem Produkthaftungsgesetz. Die Abschnitte 10.2 bis 10.5 gelten hierfür nicht.
10.2 Mängel bei entgeltlichen Lizenzen
Der Lizenzgeber leistet Gewähr dafür, dass die SOFTWARE im Wesentlichen die in der Dokumentation beschriebenen Funktionen hat. Eine fehlerfreie Funktion in allen Einsatzumgebungen und Kombinationen ist nach dem Stand der Technik nicht möglich und wird nicht geschuldet. Mängel beseitigt der Lizenzgeber nach seiner Wahl durch Nachbesserung, insbesondere durch ein Update, einen Patch oder eine zumutbare Umgehungslösung, oder durch Lieferung einer mangelfreien Version. Schlägt die Nacherfüllung fehl, kann der End-User die Vergütung angemessen mindern oder bei erheblichen Mängeln den Vertrag kündigen bzw. von ihm zurücktreten. Ansprüche wegen Mängeln verjähren zwölf (12) Monate nach Lieferung; dies gilt nicht in den Fällen des Abschnitts 10.4 Satz 1.
10.3 Quellcode und Änderungen
Der End-User erhält die SOFTWARE ganz oder teilweise im Quellcode und kann sie anpassen. Für Änderungen, die der End-User oder Dritte vornehmen, und für deren Folgen ist der End-User selbst verantwortlich. Ansprüche wegen Mängeln bestehen nicht, soweit der Mangel auf solchen Änderungen, auf der Kombination mit nicht vom Lizenzgeber bereitgestellter Software oder Hardware, auf der Nutzung einer veralteten Version, obwohl ein Update verfügbar war, oder auf einem Einsatz außerhalb der dokumentierten Bedingungen beruht.
10.4 Haftung
Der Lizenzgeber haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz, für arglistig verschwiegene Mängel und im Umfang einer übernommenen Garantie. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Lizenzgeber nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der End-User regelmäßig vertrauen darf, und zwar begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden, höchstens jedoch auf die Vergütung, die der End-User in den zwölf (12) Monaten vor dem schädigenden Ereignis an den Lizenzgeber gezahlt hat. Im Übrigen ist die Haftung bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
10.5 Datenverlust und Einsatz an realen Anlagen
Für den Verlust von Daten haftet der Lizenzgeber nur in Höhe des Aufwands, der bei ordnungsgemäßer und regelmäßiger Datensicherung durch den End-User zu ihrer Wiederherstellung erforderlich gewesen wäre. Die SOFTWARE ist ein Werkzeug für Simulation, Visualisierung und virtuelle Inbetriebnahme und keine Sicherheitskomponente. Der End-User prüft Ergebnisse und Steuerungsprogramme, bevor er sie auf reale Anlagen überträgt, und ist für die Sicherheit realer Anlagen selbst verantwortlich.
10.6 Persönliche Haftung
Soweit die Haftung des Lizenzgebers ausgeschlossen oder beschränkt ist, gilt dies auch für die persönliche Haftung seiner Organe, Mitarbeiter und Erfüllungsgehilfen.
11. Kündigung
11.1 Kündigung durch den Lizenzgeber
Der Lizenzgeber kann diese Vereinbarung mit sofortiger Wirkung kündigen, wenn der End-User gegen wesentliche Bestimmungen dieser Vereinbarung verstößt und den Verstoß nicht innerhalb von dreißig (30) Tagen nach schriftlicher Mahnung behebt. Als wesentliche Verstöße gelten insbesondere die Überschreitung der lizenzierten Seat-Anzahl, die Umgehung von Lizenzschutzmechanismen und die unzulässige Weitergabe der SOFTWARE.
11.2 Kündigung durch den End-User
Der End-User kann diese Vereinbarung jederzeit kündigen, indem er die Nutzung der SOFTWARE einstellt und alle Kopien der SOFTWARE von seinen Systemen entfernt. Eine Rückerstattung des Kaufpreises erfolgt nur innerhalb der auf der Website oder dem jeweiligen Vertriebskanal angegebenen Rückerstattungsfrist.
11.3 Folgen bei Rückerstattung
Im Falle einer Rückerstattung erlöschen alle dem End-User gewährten Rechte sofort. Der End-User ist verpflichtet, alle Kopien der SOFTWARE unverzüglich zu löschen und die Löschung auf Verlangen des Lizenzgebers schriftlich zu bestätigen.
12. Allgemeine Bestimmungen
12.1 Gesamter Vertrag
Diese Vereinbarung stellt die gesamte Vereinbarung zwischen dem Lizenzgeber und dem End-User in Bezug auf die SOFTWARE dar und ersetzt alle vorherigen oder gleichzeitigen mündlichen oder schriftlichen Vereinbarungen, Mitteilungen und Absprachen in Bezug auf den Gegenstand dieser Vereinbarung.
12.2 Änderungen
Der Lizenzgeber behält sich das Recht vor, diese Vereinbarung jederzeit zu ändern. Wesentliche Änderungen werden dem End-User per E-Mail oder durch einen Hinweis auf der Website des Lizenzgebers mitgeteilt. Die fortgesetzte Nutzung der SOFTWARE nach Inkrafttreten der Änderungen gilt als Zustimmung zu den geänderten Bedingungen.
12.3 Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung dieser Vereinbarung ganz oder teilweise unwirksam oder undurchsetzbar sein oder werden, so wird die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen davon nicht berührt. Die unwirksame oder undurchsetzbare Bestimmung wird durch eine wirksame und durchsetzbare Bestimmung ersetzt, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.
12.4 Open-Source-Komponenten
Die SOFTWARE kann Open-Source-Komponenten enthalten, die jeweils eigenen Lizenzbedingungen unterliegen. Eine Liste der verwendeten Open-Source-Komponenten und deren Lizenzen ist in der Dokumentation der SOFTWARE enthalten. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Open-Source-Lizenzen und dieser Vereinbarung gelten für die betroffenen Komponenten die jeweiligen Open-Source-Lizenzbedingungen.
12.5 Anwendbares Recht und Gerichtsstand
Diese Vereinbarung unterliegt dem Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG). Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit dieser Vereinbarung ist, soweit gesetzlich zulässig, der Sitz des Lizenzgebers.
13. Teil B: realvirtual WEB
13.1 Dual-Lizenzierung
realvirtual WEB ist doppelt lizenziert. (a) AGPL-3.0-only: Der Quellcode des Community-Kerns ist öffentlich verfügbar; Nutzung, Änderung und Verbreitung richten sich ausschließlich nach den Bedingungen der GNU Affero General Public License v3.0 einschließlich ihrer Netzwerk-Klausel. Die Nutzung unter AGPL ist kostenlos und begründet keinen Anspruch auf Support. (b) Kommerzielle Lizenz: Für die proprietäre Nutzung ohne die Copyleft-Pflichten der AGPL gelten die Abschnitte 13.2 bis 13.5, 13.7 und 13.8. Die kommerziellen Module sind nicht unter der AGPL-3.0 lizenziert (Abschnitt 13.8). Auf der Website und in Angeboten heißt realvirtual WEB „realvirtual"; die Nutzung unter der AGPL wird als „realvirtual Free", die kommerzielle Lizenz als „realvirtual Commercial" bezeichnet.
13.2 Kommerzielle Entwicklungslizenz
Die kommerzielle Lizenz ist eine Entwicklungslizenz. Sie wird je Entwickler mit einer Laufzeit von einem Jahr erteilt und berechtigt während der Laufzeit zur Entwicklung, Anpassung und Erweiterung von Anwendungen auf Basis von realvirtual WEB ohne die Offenlegungspflichten der AGPL; Updates und Support sind während der Laufzeit eingeschlossen. Verlängerung und Ende der Laufzeit regelt Abschnitt 13.7; der Betrieb ordnungsgemäß nach Abschnitt 13.3 lizenzierter Deployments bleibt unberührt. Jede Entwicklungslizenz umfasst einen Seat für die Unity-Plugins realvirtual for Unity Starter und Professional als Download; die Unity-Editor-Lizenz ist nicht enthalten. Für die Plugins gilt Teil A mit der Maßgabe, dass sich Laufzeit, Fallback und Wiedereinstieg nach Abschnitt 13.7 richten und nicht nach Abschnitt 1.5. Die Entwicklungslizenz kann alternativ als zeitlich unbefristete Lizenz (Lifetime) nach individueller Vereinbarung erworben werden.
13.3 Deployment-Lizenzen
Für den produktiven Einsatz ist zusätzlich je Deployment genau eine der folgenden Lizenzen erforderlich: (a) eine einmalige, zeitlich unbefristete Lizenz je ausgelieferter Maschine (offline-fähig) oder je an Dritte übergebenem Simulations- oder Planungsprojekt, (b) eine Jahreslizenz je internem Standort oder (c) eine Jahreslizenz je öffentlich über das Internet zugänglicher Anwendung. Treffen auf ein Deployment mehrere Fälle zu, gilt die höchste zutreffende Gebühr. Eine Lizenz nach lit. a deckt jede Version ab, die der End-User im Rahmen seiner Entwicklungslizenz bereitstellen darf; ein Update derselben Maschine bzw. desselben Projekts erfordert keine weitere Lizenz nach lit. a. Für Verlängerung und Ende von Jahreslizenzen nach lit. b und c gilt Abschnitt 13.7.
Keine Deployment-Lizenz erfordern Präsentations- und Demo-Deployments (Showrooms), auch öffentlich zugängliche, sofern (i) der Herkunftshinweis nach Abschnitt 13.6 sichtbar bleibt, (ii) der Inhalt rein präsentativ ist und nicht an reale Maschinen angebunden ist und (iii) kein Entgelt fließt, insbesondere kein bezahlter Zugang besteht, das Deployment nicht Teil eines bezahlten Lieferumfangs ist und kein kommerzielles Angebot darauf aufbaut. Die Ausnahme setzt eine Fassung voraus, die den Herkunftshinweis zeigt; ein Showroom ohne Herkunftshinweis oder unter eigener Marke anstelle des Herkunftshinweises erfordert eine Deployment-Lizenz.
Maßgeblich sind die zum Bestellzeitpunkt gültigen Preise und Leistungsbeschreibungen der Website des Lizenzgebers bzw. des individuellen Angebots.
13.4 Nicht-produktive Nutzung
Entwicklung, Engineering, Simulation, Studien und virtuelle Inbetriebnahme, auch mit Live-Anbindung an eine reale Steuerung, erfordern ausschließlich Entwicklungslizenzen nach Abschnitt 13.2, solange das Ergebnis nicht an Dritte übergeben oder anderen bereitgestellt wird.
13.5 Enthaltene CONNECT-Lizenz
Die Lizenz je internem Standort nach Abschnitt 13.3 lit. b und die Lizenz je ausgelieferter Maschine mit Live-Anbindung an die Steuerung enthalten für das jeweilige Deployment eine Laufzeitlizenz für realvirtual CONNECT nach Teil C. Ein CONNECT-Arbeitsplatz für Engineering, virtuelle Inbetriebnahme und Simulation ist darin nicht enthalten.
13.6 Zusätzliche Bedingungen nach §7 AGPL-3.0 (Herkunftshinweis)
Ergänzend zur AGPL-3.0 gilt für realvirtual WEB die folgende zusätzliche Bedingung im Sinne von §7 lit. b AGPL-3.0 (Erhaltung angemessener rechtlicher Hinweise und Urheberbezeichnungen): Der in der Software enthaltene Herkunftshinweis (der Text „Powered by realvirtual WEB · AGPL-3.0" mit Link zum Quellcode) ist ein solcher rechtlicher Hinweis. Er muss in der Benutzeroberfläche jeder unter der AGPL-3.0 genutzten, geänderten oder verbreiteten Fassung angemessen sichtbar und lesbar erhalten bleiben. Position, Größe und Gestaltung dürfen angepasst werden; ein Logo ist nicht erforderlich. Der Herkunftshinweis darf weder entfernt noch verdeckt noch unlesbar gemacht werden. Die Entfernung des Herkunftshinweises oder seine Ersetzung durch eine eigene Marke ist ausschließlich im Rahmen einer kommerziellen Lizenz nach Abschnitt 13.2 (für produktive Deployments zusammen mit einer Lizenz nach Abschnitt 13.3) gestattet. Eine eigene Marke zusätzlich zum Herkunftshinweis ist auch unter der AGPL-3.0 zulässig. Wer den Herkunftshinweis unter der AGPL-3.0 entfernt, verdeckt oder unlesbar macht, verletzt diese Lizenzbedingungen; die Rechte aus der AGPL-3.0 enden in diesem Fall nach Maßgabe von §8 AGPL-3.0. Zusätzlich gelten die in NOTICE.md im Quellcode-Repository genannten Bedingungen nach §7 lit. c AGPL-3.0 (Kennzeichnung geänderter Fassungen, keine Täuschung über die Herkunft) und nach §7 lit. e AGPL-3.0 (keine Rechte nach dem Markenrecht). Darüber hinausgehende zusätzliche Bedingungen im Sinne von §7 AGPL-3.0 bestehen nicht.
13.7 Verlängerung, Ende von Jahreslizenzen und Wiedereinstieg
(1) Jahreslizenzen nach Abschnitt 13.2 und 13.3 lit. b und c verlängern sich jeweils um ein weiteres Jahr; der Lizenzgeber stellt die Verlängerung automatisch in Rechnung. Der End-User kann eine Jahreslizenz bis zum Ende der laufenden Laufzeit in Textform kündigen. Wird die Verlängerung nicht innerhalb von 30 Tagen nach Beginn der neuen Laufzeit bezahlt, gilt die Jahreslizenz als zum Ende der zuletzt bezahlten Laufzeit gekündigt; die Verlängerungsrechnung wird storniert. Die Kündigung beendet nur die Verlängerung; die Rechte nach Absatz 2 bleiben bestehen.
(2) Endet eine Jahreslizenz nach Abschnitt 13.2 oder 13.3 lit. b oder c nach mindestens zwölf durchgehend bezahlten Monaten, darf der End-User den letzten während der bezahlten Laufzeit bereitgestellten Stand zeitlich unbefristet weiter nutzen („Perpetual Fallback"): im Fall von Abschnitt 13.2 zur Entwicklung zu den Bedingungen der kommerziellen Lizenz, im Fall von Abschnitt 13.3 zum Weiterbetrieb des jeweiligen Deployments einschließlich einer darin enthaltenen realvirtual-CONNECT-Runtime. Updates, neue Module und Support erhält der End-User nur während einer bezahlten Laufzeit.
(3) Will der End-User nach dem Ende einer Jahreslizenz wieder Updates und Support beziehen, zahlt er die Lizenzgebühr für die Zeit seit Ablauf der zuletzt bezahlten Laufzeit zeitanteilig zum dann gültigen Listenpreis nach. Die neue Laufzeit beginnt mit dem Wiedereinstieg.
(4) Erwirbt ein End-User, dessen Jahres-Entwicklungslizenzen abgelaufen sind, neue Jahres-Entwicklungslizenzen, gelten diese bis zur Zahl der abgelaufenen Lizenzen als Wiedereinstieg nach Absatz 3. Für Jahreslizenzen nach Abschnitt 13.3 lit. b und c gilt dasselbe je Standort bzw. je Anwendung.
13.8 Quellcode, Weitergabe und Public Demo
(1) realvirtual WEB besteht aus dem Community-Kern, der unter der AGPL-3.0 veröffentlicht ist, und den kommerziellen Modulen (insbesondere Asset- & Kinematik-Editor, CAD-Import und die weiteren als „Commercial" gekennzeichneten Funktionen; maßgeblich ist die Editions-Übersicht in der Dokumentation des Lizenzgebers). Die kommerziellen Module sind nicht unter der AGPL-3.0 lizenziert; Rechte daran bestehen ausschließlich nach diesem Teil B.
(2) Den im Rahmen einer kommerziellen Lizenz bereitgestellten Quellcode der kommerziellen Module darf der End-User nur intern und nur durch nach Abschnitt 13.2 lizenzierte Entwickler nutzen; für externe Auftragnehmer gilt Abschnitt 4 entsprechend, sofern sie zur Vertraulichkeit verpflichtet sind. Der End-User darf diesen Quellcode weder ganz noch teilweise an Dritte weitergeben, veröffentlichen (etwa in öffentlichen Repositories), zum Download anbieten oder auf andere Weise zugänglich machen. An Dritte dürfen die kommerziellen Module ausschließlich in kompilierter Form (gebündelt und minimiert, ohne Source Maps) als Bestandteil eines nach Abschnitt 13.3 lizenzierten Deployments gelangen. Zugangsdaten zu den Repositories des Lizenzgebers sind vertraulich zu behandeln.
(3) Die kommerziellen Module dürfen weder unter die AGPL-3.0 gestellt noch als Teil einer unter der AGPL-3.0 genutzten, verbreiteten oder bereitgestellten Fassung ausgeliefert werden.
(4) Der Community-Kern darf in Quellform nur unter Einhaltung der AGPL-3.0 einschließlich Abschnitt 13.6 weitergegeben werden. Die kommerzielle Lizenz befreit den End-User für seine nach Abschnitt 13.3 lizenzierten Deployments von den Offenlegungspflichten der AGPL. Die kommerzielle Lizenz gewährt kein Recht, den Quellcode des Community-Kerns proprietär an Dritte weiterzugeben; die Rechte aus der AGPL-3.0 bleiben unberührt.
(5) Die öffentliche Demo unter web.realvirtual.io/demo und, soweit angeboten, ihre gehosteten Speicher- und Freigabefunktionen wird von der realvirtual GmbH kostenlos bereitgestellt. Auch kommerzielle Nutzung ist erlaubt. Vertraglicher Support und eine bestimmte Verfügbarkeit werden nicht zugesagt. Die folgenden Beschränkungen betreffen ausschließlich den gehosteten Dienst. Rechte am Community-Kern aus der AGPL-3.0, insbesondere Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe eigener Kopien, sowie gesetzlich geschuldete Quellcodezugänge bleiben unberührt. Unzulässig sind (a) automatisierte Serienaufrufe, Massenuploads und Lasttests ohne vorherige Zustimmung; gewöhnliche Browserfunktionen, assistive Technologien und die Steuerung durch KI-Assistenten über die MCP-Schnittstelle von realvirtual CONNECT im Rahmen ihrer Grenzen bleiben erlaubt, (b) der entgeltliche Weiterverkauf des Dienstzugangs und (c) die Einbettung der gehosteten Demo, insbesondere per iframe, in eigene kommerzielle Angebote, Produkte oder Dienste. (d) Die enthaltenen proprietären kommerziellen Module dürfen nicht dekompiliert, rückentwickelt, herausgelöst oder außerhalb der Demo verwendet werden, soweit zwingendes Recht dies nicht erlaubt. Speicher- und Freigabekontingente werden vor Nutzung der jeweiligen Funktion angezeigt. Reduzierungen bestehender Kontingente werden mit angemessener Frist und Gelegenheit zur Datensicherung angekündigt. Bei Verstößen kann der Zugang nach Hinweis und angemessener Abhilfefrist im erforderlichen Umfang gesperrt werden; bei schwerwiegenden Verstößen oder akuter Gefährdung des Dienstbetriebs ist eine sofortige Sperre zulässig.
(6) Für die kommerziellen Module gelten die Abschnitte 2 (Lizenzschutz), 7 (Verbotene Nutzungen) und 8 (Geistiges Eigentum) entsprechend. Ein Verstoß gegen die Absätze 2 bis 4 ist ein wesentlicher Verstoß im Sinne von Abschnitt 11.1.
14. Teil C: realvirtual CONNECT
14.1 Lizenzmodell
realvirtual CONNECT wird gerätegebunden (node-locked) je aktiviertem Rechner über ein signiertes, hardwaregebundenes Lizenz-Token lizenziert. Die Free-Stufe ist auf 20 gleichzeitige Signale begrenzt und setzt eine Registrierung voraus. Kommerzielle Stufen (Jahreslizenz oder zeitlich unbefristete Lizenz) heben die Signalbegrenzung auf; die zeitlich unbefristete Lizenz (Lifetime) schließt Updates ein. Maßgeblich sind die zum Bestellzeitpunkt gültigen Preise der Website bzw. des Angebots.
14.2 Aktivierung und Übertragung
Die Aktivierung erfolgt online oder offline per Request-Code; die Lizenzvalidierung zur Laufzeit erfolgt lokal und erfordert keine Internetverbindung. Der End-User darf eine Lizenz jederzeit deaktivieren und auf einen anderen Rechner übertragen.
14.3 Schutzmechanismen
Die Signalbegrenzung und die Lizenzmechanismen dürfen nicht umgangen, entfernt oder manipuliert werden. Die Abschnitte 2 (Lizenzschutz) und 7 (Verbotene Nutzungen) gelten entsprechend.
14.4 Verlängerung, Ende der Jahreslizenz und Wiedereinstieg
Endet eine Jahreslizenz nach mindestens zwölf durchgehend bezahlten Monaten, darf der End-User den letzten während der bezahlten Laufzeit bereitgestellten Stand auf dem aktivierten Rechner zeitlich unbefristet und ohne Signalbegrenzung weiter nutzen. Updates und Support erhält der End-User nur während einer bezahlten Laufzeit. Für Verlängerung, Kündigung und Wiedereinstieg gilt Abschnitt 13.7 Absätze 1, 3 und 4 entsprechend.
Game4Automation ist eingetragene Marke der realvirtual GmbH.