Das Wort Digital Twin klebt an fast allem, was auf einem Bildschirm wie ein 3D-Modell aussieht. In realvirtual.io ist es konkreter. Ein Digital Twin ist 3D-Geometrie plus Verhalten. Die Geometrie ist, wie die Maschine aussieht. Das Verhalten ist, was sie tut. Ohne den Verhaltensteil hat man einen 3D-Viewer, keinen Zwilling.
Am einfachsten sieht man den Aufbau des Verhaltens am Getting-Started-Demo, das realvirtual.io mitbringt. Es ist eine kleine Maschine, die man öffnen, laufen lassen und auseinandernehmen kann. Drei Bausteine bringen sie zum Laufen.
Drives machen die Geometrie beweglich
Ein Drive macht aus einem statischen Mesh eine bewegliche Maschinenachse. Du hängst eine Drive-Komponente an ein Bauteil, und dieses Bauteil kann sich jetzt mit einem echten Bewegungsprofil verschieben oder drehen: Beschleunigung, Verzögerung, Geschwindigkeit, Endlagen. Maschinenachsen sind als Kinematik-Hierarchie aufgebaut, ein Bauteil, das auf einem anderen sitzt, übernimmt also die Bewegung seines Eltern-Teils. Bewegst du die Basis, folgt alles darauf. So verhält sich eine echte mechanische Baugruppe, und so sind die Drives im Demo organisiert.
Behavior reagiert und entscheidet
Drives bewegen sich, wenn ihnen etwas sagt, dass sie sich bewegen sollen. Dieses Etwas ist ein Behavior-Modell. Behavior-Modelle sitzen auf den Drives und Sensoren und definieren die Logik: Meldet ein Sensor ein Teil, schließe den Greifer. Startet ein Zyklus, fahre die Achse in die Endlage. Das Verhalten wird über Signale angesteuert. Im Getting-Started-Demo kannst du ein Signal von Hand forcen und der Maschine beim Reagieren zusehen: forc das Tür-Signal, und die Maschinentür öffnet oder schließt sich. Keine Code-Änderung, kein Neukompilieren. Du setzt den Signalwert, das Verhalten macht den Rest.
Signale und die Schnittstelle zur echten SPS
Signale sind kein interner Trick zum Testen. Es ist dasselbe I/O, das eine echte Steuerung mit der Maschine austauscht. realvirtual.io bildet sie als PLCInput- und PLCOutput-Objekte ab. Die Richtung ist aus Sicht von Unity als simulierter Anlage definiert: Ein PLCInput ist etwas, das Unity Richtung Steuerung schreibt, etwa einen Sensorwert, ein PLCOutput etwas, das Unity von der Steuerung liest, etwa einen Aktor-Befehl. Während du baust und testest, forcst du diese Signale von Hand. Bist du bereit für die virtuelle Inbetriebnahme, verbindet realvirtual.io Professional dieselben Signale live mit einer echten Steuerung wie Siemens oder Beckhoff, und das SPS-Programm steuert den Zwilling statt du. Das Verhalten, das du gebaut hast, ändert sich nicht. Nur die Quelle der Signale.
Probier es selbst
Das Getting-Started-Demo ist kostenlos. Du bekommst Drives, Behavior, Sensoren und eine SPS-Schnittstelle bereits fertig verdrahtet im realvirtual.io Starter aus dem Unity Asset Store. Zum Öffnen brauchst du Unity 6.3 LTS. Installieren, Play drücken und ein Signal forcen, um zu spüren, wie die drei Bausteine zusammenpassen.
Sieh dir die komplette Demo-Tour auf YouTube an
Kostenloser Starter: realvirtual.io Digital Twin Starter im Unity Asset Store
Dokumentation: doc.realvirtual.io
Dieser Artikel ist Teil der Serie realvirtual Know-How.
