Die sechste Folge von realvirtual Know-How stellt den zweiten Weg in einen digitalen Zwilling vor: realvirtual WEB, unsere Browser-Plattform. Das Video startet mit einem laufenden Maschinen-HMI im Browser-Tab und beantwortet dann die Frage, die jeder Unity-Anwender zuerst stellt: worin unterscheidet sich das von realvirtual auf Unity, und wann nehme ich was?
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Zwei Produkte, zwei Phasen
realvirtual Professional läuft in Unity. Dort entsteht die Maschine: CAD-Import, Kinematik, Antriebe, Sensoren, native SPS-Treiber, vollständige virtuelle Inbetriebnahme. realvirtual WEB ist ein eigenständiges Produkt auf Basis von Three.js, TypeScript und React. Dort wird der fertige Zwilling ausgeliefert: an Bediener, Servicetechniker und Kunden, in jedem modernen Browser, ohne Unity-Lizenz zum Ansehen und Bedienen.
Web heißt nicht Server
Das sorgt für die meiste Verwirrung. realvirtual WEB ist Anwendungs-Auslieferung, kein gehosteter Dienst. Der statische Build und das Modell werden einmal von einem beliebigen Webserver geladen, danach läuft alles auf dem Gerät des Betrachters: Rendering, HMI-Logik, Modelldaten. Eine Live-SPS-Verbindung ist optional und bleibt im eigenen Netz.
Ein Kern, ein offenes Format
Beide Seiten stehen auf derselben Basis. Es ist ein Komponentenmodell, zweimal implementiert: in C# für Unity und in TypeScript fürs Web. Antriebe, Sensoren und Signale verhalten sich auf beiden Seiten gleich. Und beide lesen und schreiben dasselbe Dateiformat, GLB mit den realvirtual-Erweiterungen: Geometrie, Kinematik-Hierarchien, Antriebsparameter, Sensordefinitionen, Signal-Bindings und Kamera-Presets, alles in einer Datei. Der Zwilling ist damit an keine Laufzeitumgebung gebunden. Der Export liegt unter Tools > realvirtual > Export > WebViewer Tools und setzt realvirtual.io Professional voraus.
Was ein 3D-HMI konkret bringt
Das Video führt durch die Live-Demo: eine KPI-Leiste, die an das Modell gebunden ist, Antriebs- und Sensor-Charts mit Live-Signalen, Alarme, die die auslösende Komponente benennen, direkt auf die passende Handbuchseite verlinken und den Kontext an einen AI-Assistenten übergeben können, Wartungsanleitungen als Schrittfolgen auf der Geometrie, sowie Handbücher und Zeichnungen, die an den zugehörigen Bauteilen hängen. Die Werte kommen entweder aus der eigenständigen 60-Hz-Simulation im Browser oder von einer echten Steuerung, über realvirtual Connect, einen MQTT-Broker oder eine eigene Bridge auf dem offenen rv-WebSocket-Protokoll.
Selbst ausprobieren
Die Live-Demo gibt es unter web.realvirtual.io/demo, die Dokumentation unter realvirtual WEB. Der Viewer ist kostenlos und unter AGPL-3.0 quelloffen auf GitHub; die kommerzielle Lizenz deckt geschlossene Modelle, Plugins und Konfiguration ab.
Als Nächstes in der Serie: virtuelle Inbetriebnahme, eine echte SPS am Zwilling und getesteter Steuerungscode, bevor die Maschine existiert.
